Chronik
Als Anfang der fünfziger Jahre wieder Modelleisenbahnen auf den Markt kommen, wird in Heinz Frey ein alter Kindheitswunsch wach - eine elektrische Eisenbahn. Damit das ewige Plattdrücken der Nase an den Schaufensterscheiben aufhört, kauft seine Ehefrau Gudrun Frey schließlich zu Weihnachten 1956 eine H0 Eisenbahn. Stilwidrig eine Güterzuglok mit Schnellzugwagen, aber was macht das schon. Von diesem Zeitpunkt an wird erst heimlich, seit Geburt von Sohn Wolfgang 1960 “öffentlich” an der Bahn gebastelt - der Anfang einer Modelleisenbahnerleidenschaft. Im Laufe der Zeit entsteht eine umfangreiche Sammlung von Eisenbahnmodellen und vielen Originalteilen der großen Eisenbahn.

Die Sammlung dokumentiert heute einen Streifzug durch die Geschichte der Modelleisenbahn, vom einfachen Blechspielzeug über die ersten sogenannten “Modellfahrzeuge” aus den dreißiger Jahren bis hin zu Spitzenmodellen aus heutiger Produktion. Dabei können Blecheisenbahnen mit Uhrwerk- Dampf- oder Elektroantrieb genauso betrachtet werden, wie auch die ersten Anfänge der Modellbahn nach 1945. Abgerundet wird der Ausflug in die Geschichte durch eine Reihe von Dampfmaschinen und dazu passenden Antriebsmodellen.

Vater und Sohn bauen viele Modelle selbst, Anfangs wurden mit bescheidenen Mitteln aus Konservendosenblech und Sperrholz die ersten Abbilder der großen Eisenbahn im Modell auf die Räder gestellt. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine Perfektion die schließlich in den neunziger Jahren durch mehrere Silber und Goldmedaillen bei Modellbauwettbewerben, u.a. in Luzern (Schweiz), gekrönt wird. Eine 22m² große H0 Anlage wurde in jahrelanger Arbeit aufgebaut, eine sächsische Schmalspurbahn in H0e ist darauf genauso zu betrachten wie das Modell (mit originalgetreu gestaltetem Hintergrund) vom Bahnhof Seifhennersdorf. In den letzten Jahren entstand im Maßstab 1:22,5 eine Großanlage in Baugröße II / IIe auf dem Dachboden, Hauptbestandteil ist das Modell vom Bf. Bertsdorf im Zittauer Gebirge. Eine Rollbock- bzw. Rollwagengrube und ein Umsetzkran wurden ebenso dem Vorbild entsprechend nachgebildet. Nicht zu vergessen die Gartenbahnanlage mit vielen Eigenbaufahrzeugen nach sächsischen Vorbildern in Baugröße IIm. Diese ist nur im Sommer bei schönem Wetter in Betrieb.

Parallel dazu wurden über Jahre viele Originalstücke der Eisenbahn vor der Verschrottung bewahrt und mühevoll restauriert. Vom Bf. Seifhennersdorf sind z.B. das alte Kurbelstellwerk, ein Läutewerk, Morseapparate und viele andere Stücke zu sehen. Natürlich sind auch Schilder, Lampen und eine Sammlung verschiedener Eisenbahnermützen zu bewundern. Einige historische Stücke der tschechischen Eisenbahnen sind ebenfalls vorhanden.

Seit längerer Zeit bestand nun die Absicht, die private Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Inspiriert durch die große Nachfrage nach Besichtigungsmöglichkeiten nach der Ausstrahlung mehrerer Fernsehbeiträge ( “Eisenbahn-Romantik” SWR z.B. ) wurde am 9.6.2001 das Eisenbahn-Museum Seifhennersdorf geöffnet. Der dadurch entstandene Verein "Seifhennersdorfer Eisenbahnfreunde e.V." hat inzwischen über 25 Mitglieder. Der Eröffnungstermin des Museums lag zeitlich gleich mit der Einstellung des Eisenbahnverkehrs der DB in Seifhennersdorf, ....doch seit Mitte Dezember 2002 rollt der Eisenbahnverkehr von Zittau über Seifhennersdorf nach Eibau wieder.

Sicher wird der Leser nun fragen welchem Berufszweig die beiden Bastler angehören, die Vermutung eines Metallhandwerks liegt sicher nahe. Dies ist jedoch falsch. Heinz Frey ist seit 1953 selbständiger Fleischermeister. Zum 30 jährigen Betriebsjubiläum 1983 übernahm Sohn Wolfgang Frey - nach erfolgreich absolvierter Meisterprüfung - den elterlichen Betrieb. Nach der Wende wurde ein Partyservice aufgebaut, der inzwischen zum festen Standbein geworden ist, natürlich wird im Eisenbahn-Museum durch die Fleischerei Frey ein kleines Bistro betrieben, welches Sie auch für ihre eigenen Feiern und Partys nutzen können.

 


Logo der Dampfbahnroute

Die Modellbaufirma Frey und das Eisenbahnmuseum Seifhennersdorf sind Partner bei der Dampfbahn-Route.

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